Habsburgs Familienschatz nach 100 Jahren wieder aufgetaucht

Der Familienschmuck der vormaligen österreichischen Kaiserfamilie galt jahrzehntelang als verschollen. Auf ihrer Flucht vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war es der kaiserlichen Witwe Zita und ihren Kindern indes gelungen, bedeutsame Teile der privaten Familienschmuckstücke zu retten und im Jahr 1940 nach Québec, Kanada, in Sicherheit zu bringen. Seitdem sind die Gegenstände in dem Land durchgängig sicher aufbewahrt worden.

Es ist den direkten Nachkommen der kaiserlichen Familie ein wichtiges Anliegen, das kulturhistorisch bedeutende Erbe ihrer Familie der Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Gegenstände wurden über die Jahre mit Sorgfalt aufbewahrt und befinden sich in jenem Zustand, in dem sie 1940 nach der Flucht der Familie durch Europa nach Kanada gebracht wurden. Ein unabhängiger Sachverständiger hat die Echtheit der Schmuckstücke geprüft und zertifiziert.

Bewahrung der Gegenstände geprägt von Flucht und Verfolgung

Die Familie des letzten österreichischen Kaisers musste im Jahr 1919 auf ihrem Weg in das Exil alle wesentlichen Vermögensgegenstände zurücklassen. Lediglich Teile des Privateigentums konnten in die Schweiz überführt werden.

Die kaiserliche Witwe und ihre Kinder wurden später aufgrund ihres aktiven Engagements gegen die Hitler-Diktatur von den Nationalsozialisten verfolgt. Kurz vor der Bombardierung ihres Zuhauses im belgischen Exil durch die deutsche Luftwaffe im Mai 1940, gelang der Familie im Schatten des 2. Weltkriegs die Flucht über Frankreich und Portugal nach Kanada. Dort engagierten sie sich weiter für die Unabhängigkeit Österreichs und die Befreiung Mitteleuropas. Wesentliche Teile des kulturhistorisch bedeutsamen Familienschmucks überstanden in Folge die Wirren des zweiten Weltkriegs und die Umbrüche der Nachkriegszeit.

Vor dem Hintergrund der Verfolgungs- und Fluchterfahrung ihrer Familie hatte die kaiserliche Witwe ihre Nachkommen aus Sicherheitsgründen angewiesen, die Öffentlichkeit frühestens 100 Jahre nach dem Tod von Kaiser Karl I. im Jahr 1922 über die Existenz der Gegenstände im Familienbesitz zu informieren. Dieser Verantwortung kommen die direkten Nachkommen der kaiserlichen Familie nun nach.

Karl von Habsburg, Familienchef:

„Uns Nachkommen von Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita ist es ein Herzensanliegen, der Öffentlichkeit unseren historisch bedeutsamen Privatschmuck zugänglich zu machen. Damit kommen wir unserer kulturhistorischen Verantwortung nach. In Kanada wurde unsere Familie 1940 auf der Flucht gerettet und vor zutiefst widrigen Zeitumständen geschützt; dort haben die Schmuckstücke bis zum heutigen Tage eine neue Heimat gefunden. Hierfür möchten wir dem Land und seinen Menschen durch eine Ausstellung des erhalten gebliebenen Familienschmucks in Kanada unseren Dank und tiefste Anerkennung aussprechen.“

Privatschmuck wird in Kanada für die Weltöffentlichkeit ausgestellt

Zur Sicherung des kulturhistorischen Erbes der Familie befinden sich die Schmuckstücke im Eigentum eines kanadischen Trusts. Die direkten Nachkommen von Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita sind dessen Begünstigte. Die Sammlung soll langfristig in Kanada verbleiben und dort so bald wie möglich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Der gesamte Text wurde der Website www.habsburg-heritage.com entnommen, Stand: 17. November 2025

Zusätzliche Informationen zum historischen Hintergrund, dem Echtheitszertifikat sowie der Zeitleiste sind ebenfalls unter www.habsburg-heritage.com zu finden.

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Karl von Habsburg in der Schatzkammer